Pfarrkirche "Unsere liebe Frau" - Gailtaler Dom

 

Die Kirche wurde erstmals 1308 urkundlich erwähnt.
Eine erste genauere Schilderung der Kötschacher Kirche überliefert Paolo Santonino in seinem Reisetagebuch. Er begleitete als Sekretär den Bischof Pietro Carlo von Caorle auf einer Visitationsreise, die dieser als Stellvertreter des Patriarchen von Aquileja in den Jahren 1485-87 unternahm und die ihn auch ins Gailtal führte. Durch die Türkeneinfälle waren zahlreiche Kirchen beschädigt und entweiht worden. Diese Gotteshäuser wurden nun nach dem Wiederaufbau neu geweiht und mit Ablässen ausgestattet.

 

Zum 2. Oktober 1485 notiert Santonino:" Der Bischof weihte die neue prächtige Kirche im Ort Kötschach ... mit vielen Altären zu Ehren der seligen Maria; sie ist eine Filialkirche der Pfarre St. Daniel." Santonino spricht hier von einer neuen Kirche, doch dürfte das Kötschach Gotteshaus weder in den Kämpfen um das Cillier Erbe noch von den Ungarn oder Türken zerstört, sondern nur leicht beschädigt worden sein. Jedenfalls war sie schon damals, also vor dem Umbau zu Beginn des 16. Jahrhunderts, der ihr das heutige großartige Erscheinungsbild gab, ein - selbst für einen Italiener - beeindruckendes Bauwerk.

Die Kötschacher Kirche wird um die Mitte des 17. Jahrhunderts vom Villacher Architektonik als die vor trefflichste, schönste, am geschmackvollsten geschmückte, gott gefälligste und am reizendsten gelegene von allen Kirchen des Gailtales gerühmt.
Er fügt hinzu, dass sie 50 Schritte in der Länge, 22 in der Breite messe, drei Schiffe und ein herrliche Sakristei sowie einen 61 Meter hohen Turm mit vier wohl gestimmten Glocken besitze.
Damals gehörten zur Kötschacher Kirch zwei Filialkirchen, nämlich Laas und Mandorf.
Mit den Reformen Kaiser Josephs II., der Einschränkung der Prozessionen und Wallfahrten ging offenbar auch der Zustrom von Pilgern nach Kötschach zurück. Bestehen blieben aber, im Gegensatz zu den meisten anderen Kärntner Klöstern, die Servitenkonvente in Maria Luggau und Kötschach, da die Patres in der Pfarrseelsorge segensreich tätig waren. Erst im Jahr 1979 beschloss das Generalkapitel der Serviten in Rom die Auflassung des Kötschacher Klosters, was in der Diözese mit größtem Bedauern aufgenommen wurde. Auch an der künstlerischen Umgestaltung der Kötschach Kirche an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert war ein Servitenfrater maßgebend beteiligt.


Das 19. und beginnende 20. Jahrhundert brachte mit den Franzosenkriegen, einem verheerenden Hochwasser im Jahr 1823, Blitzschlägen und einem großen Brand, welchem im Jahr 1886 20 Wohnhäuser und 18 Wirtsschaftsgebäude in Kötschach zum Opfer fielen, sowie dem Granatenbeschuss im Ersten Weltkrieg zahlreiche Bedrohungen auch für das Gotteshaus. Die Schäden wurden immer rasch behoben und z.T. Umgestaltungen der Kirche im Inneren angeschlossen. Die Restaurierungen der Jahre 1913 und 1965 gaben der Kötschacher Kirche ihr heutiges Aussehen.

Sonnenuhrfresko
Ostchor
Trichterportal ins Hauptschiff

Sie ist eine spätgotische, dreischiffige Hallenkirche mit einem einschiffigen außen niedrigeren Langchor mit 5/8 Schluss und einem mächtigen quadradischen Turm im Westen. Die Sakristei ist im letzten Abschnitt des unmittelbar an die Kirche anschließenden Klosters.

 

Der Turm ist bis zum Glockengeschoß ungegliedert.
Dann folgen 3-teilige Schallfenster mit Maßwerk und Sohlbankgesims.
In den Spitzgiebeln sine 2-teilige Maßwerkfenster.
Dann findet man einen 8-seitiger Sitzhelm.

 

Die Kirche hat 2-fach abgetreppte Stregepfeiler mit einem 3 kantigen Mittelstück am Chor an der Südseite des Langhauses.
An der Südwest, Südost und Nordwestseite sind übereckgestellte giebelgekrönte Streben zu finden.
Am Langhaus erfolgt ein Wechsel von Lanzett und Rundfenstern.
Im Chorbereich sind wiederum nur Lanzettffenster zu finde, welche 2-teilig,
in 2 Geschoße unterteilt sind und früher mit Maßwerk ausgefüllt waren.
Das nördliche Seitenportal ist spitzbögig profiliert; das Südportal mit einem Kielbogenrahmen im übergreifenden rechteckigen Rahmenfeld.

 

In der Eingangshalle befindet sich ein Netzrippengewölbe.
Hier befindet sich auch eine Kriegergedächtnisstätte.
Die Strebepfeiler, Gesimse, Türen und Fenstergewände sind aus Laaser Sandstein.